Landschaftspark und Schloss Ettersburg

 
Blick vom Park auf das Schloss
Weißer Saal

Älteste Siedlungsfunde, Reste einer frühmittelalterlichen Fluchtburg und einer 1227 von Landgraf Heinrich Raspe zerstörten großen Adelsburg zeugen von der frühen Bedeutung des Ettersberges.
Der 478 Meter hohe „Weimarer Hausberg“ war das bevorzugte Jagdgebiet der Weimarer Fürsten. In den Jahren 1706 bis 1711 ließ Herzog Wilhelm Ernst auf den Grundmauern eines um 1084 gegründeten Chorherrenstifts und späteren Augustinerklosters in Ettersburg ein Jagdschloss als schlichte Dreiflügelanlage errichten. Inmitten des Waldes wurden ein Jagdstern, von dem zehn schnurgerade Schneisen abgingen, und ein kleines Brunfthofschloss angelegt. Eine der „Alleen“ führte direkt auf das Alte Schloss und das um 1738 fertig gestellte Corps de Logis zu. Dieses von Herzog Ernst August in Auftrag gegebene Neue Schloss war von barocken Parterres umgeben.
Anna Amalia wählt nach dem Regierungsantritt ihres Sohnes Carl August 1775 Schloss Ettersburg als Sommersitz. Um die Gebäude entstand eine ansehnliche „empfindsame“ Parklandschaft. Noch heute beeindruckt der alternde Tulpenbaum vor dem Gewehrsaal.

Goethe, Wieland, Bertuch, Herder waren häufig Gäste auf Schloss Ettersburg; es wurde musiziert, gelesen, getanzt und heftig literarisch kritisiert. Die „Schloß Ettersburgsche Nation“ war ebenso berühmt wie berüchtigt. Herzogin Anna Amalia ließ für diesen Musenhof einen Theatersaal im Festsaal des Alten Schlosses einrichten.
Goethe führte Theaterstücke auf wie „Jahrmarktsfest zu Plundersweilern" (1778) und „Iphigenie auf Tauris" (1779). Angezogen von der Ruhe, die vom Schloss Ettersburg ausging, beendete Friedrich Schiller im Frühjahr 1800 seine „Maria Stuart“. Zu einer Prunkjagd auf dem Ettersberg erschienen 1808 Zar Alexander I., Kaiser Napoleon I. und zahlreiche deutsche Fürsten.
Mit Carl Alexander und seiner Gattin, der niederländischen Prinzessin Sophie, wurde Ettersburg Mitte des 19. Jahrhunderts erneut zum herausragenden Ort intellektueller und künstlerischer Begegnungen. Durch die Anwesenheit von Franz Liszt, Hans Christian Andersen, Friedrich Hebbel erlebte Ettersburg eine zweite Blütezeit.

Der 1844 zum Weimarer Hofgärtner berufene Eduard Petzold wurde beauftragt, den Park zu erweitern und „englisch“ umzugestalten. Dessen Lehrmeister Hermann von Pückler-Muskau selbst legte 1845 den bis zur Kuppe des Berges reichenden „Pückler-Schlag“ an: eine Waldwiese, die - etwa 900 Meter lang - zu den bedeutendsten Garten-
denkmalen Europas gehört. Der Landschaftspark Ettersburg ist ein einzigartiges Beispiel für die raumgreifenden und kühnen landschaftskünstlerischen Gestaltungsideen des Fürsten Pückler-Muskau.
1998 wurden Schloss und Park Ettersburg Teil des UNESCO-Weltkulturerbes »Klassisches Weimar«. Von 2004 bis 2006 wurde das Schloss vom neuen Besitzer Bildungswerk BAU Hessen-Thüringen e.V. revitalisiert, es wird mittlerweile als AKADEMIE, TAGUNGSORT und KULTUR SCHLOSS genutzt.
Am Ende des Pücklerschlags führt die 1999 eingerichtete „Zeitschneise“, ebenfalls ein früherer Jagdweg, bis zur Gedenkstätte Buchenwald.

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