Prunkvolle Schlösser

Von Renaissance bis Historismus – entdeckt ein halbes Jahrtausend Schlossarchitektur. In manchem Schloss steckt dabei zum Teil noch eine mittelalterliche Burg. Was eine echte Burg braucht, erfahrt Ihr am besten im Deutschen Burgenmuseum auf der Veste Heldburg.

Mitten in herrlicher Natur und exponiert auf einem Felsplateau oberhalb einer Saaleschleife liegt Schloss Burgk. Hier ist der Name Programm. Aus einer alten Burg wurde durch Umbauten nach und nach ein verwunschenes Schloss. Doch bis heute lässt der wehrhafte Charakter von Vorburg mit Rotem Turm die mittelalterlichen Wurzeln deutlich erkennen. In Burgk lässt sich herrlich wandern oder auf dem Saaleturm die Aussicht genießen.

Anders verhält es sich in Schmalkalden. Dort wurde die Burg abgerissen. Schloss Wilhelmsburg entstand Ende des 16. Jahrhunderts als kompletter Neubau im Stil der Renaissance. Bald darauf verfiel es allerdings in eine Art „Dornröschenschlaf“, weshalb es später nicht weiter verändert wurde. Bis heute gilt es so als einzigartiges Juwel unter den Renaissance-Schlössern Deutschlands.

Ihr mögt Rekorde? Wie wäre es zum Beispiel mit dem größten Schlossbau Thüringens?! Schloss Friedenstein in Gotha ist das größte Barockschloss in Thüringen. Sein Grundstein wurde noch im Dreißigjährigen Krieg gelegt.

Doch auch die späteren Epochen der Baugeschichte haben ihre sichtbaren Spuren hinterlassen. Die Heidecksburg in Rudolstadt ist nicht nur eines der prachtvollsten Barockschlösser des 18. Jahrhunderts. Ein Brand im Schloss und der anschließende Wiederaufbau ließ einige Räume im Stil des Rokoko widererstehen.

Wer es lieber klassizistisch mag, dem seien das Greizer Sommerpalais als ein Beispiel des Frühklassizismus im mitteldeutschen Raum oder aber das Residenzschloss Sondershausen mit seinem spätklassizistischen Westflügel empfohlen.

Die Herzöge von Sachsen-Meiningen hatten stattdessen im 19. Jahrhundert anscheinend einen Faible für den Historismus. Ihre Residenzen in Meiningen, Altenstein oder auf der Veste Heldburg wurden in diesem Stil überarbeitet und für den Geschmack der damaligen Zeit gemütlich eingerichtet.

Als 1918 die Thüringer Fürsten schließlich abdanken mussten, war bei der letzten großen Schlossbaustelle Thüringens die Farbe gerade trocken. Erst zwischen 1912 und 1914 war am Weimarer Stadtschloss der zum Park an der Ilm gelegene Flügel mit Tordurchfahrt entstanden. Den Großherzögen blieb leider nur noch wenig Zeit, um sich daran zu erfreuen.

Heute könnt Ihr die Schlösser der ehemaligen Fürsten erkunden. Lasst Euch vom Glanz vergangener Zeiten verzaubern!

Tür an Tür mit Thüringen.


Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden
Schloss Friedenstein in Gotha
Schloss Elisabethenburg in Meiningen